Leseprobe Catia

Mölten

Nach der Vorlage der Dokumente, fragt Hilbert nach Referenzen.

„Sie waren noch nie verreist?“

„Noch nie.“

„Sind sie nicht von dem Verkehr überrascht?“

Hilbert fällt die Ruhe auf, die Liviu ausströmt.

„Und sie?“, fragt Hilbert Catia mit einem festen Blick auf ihren Hintern.

„Ich kenne nur Constanta und den Strand.“

„Das sehe ich“, gesteht Hilbert mit wandernden Augen.

Maruschka zwickt ihn in den Nacken. Er verzieht kurz das Gesicht. Catia registriert das mit einem überlegen scheinendem Lächeln. Die zwei Frauen unterhalten sich jetzt untereinander mittels femininer Augensprache. Sie wirken abwesend.

„Die Hausmeistertätigkeiten kannst du?“, fragt Hilbert.

„Ich führe einen Bauernhof. Ein recht stattliches Anwesen.“

„Dann habe ich keine Fragen weiter“, gesteht Hilbert lächelnd. „Trinken wir Etwas?“

Hilbert möchte testen, ob Liviu säuft. Er hat reichlich schlechte Erfahrungen gesammelt.

„Wir zeigen euch jetzt den Betrieb und eure Arbeitsstellen.“

Maruschka bittet Catia, ihr zu folgen. Das Gleiche sagt Hilbert zu Liviu. Catia verabschiedet sich schon von Liviu mit den Augen.

„Wir gehen zuerst in den Pausenraum vom Personal. Es ist Essenszeit“, sagt Hilbert. „Ihr seid sicher auch lange gefahren?“

Liviu nickt stumm.

Catia sagt mit abgesenkten Augen: „Sehr lange. Ein paar Tage.“

Das Personalessen wird als Buffet gereicht. Die Kollegen bedienen sich recht wild am Angebot. Einige greifen sich das Essen mit der Hand. Als wollten sie die Entnahme des gewählten Stückes durch ihre Kollegen verhindern. Es gibt Hähnchen. Die Hinterviertel sind gefragter.

Catia und Liviu zeigen sich bescheiden. Etwas Ekel ergreift Catia bei dem Anblick. Sie stellt sich vor, die Kollegin hätte vorher die Toiletten geputzt. Sie wühlt sich mit dem Greifer etwas tiefer. Die Bruststücke interessieren sie. Liviu auch. Maruschka bleibt bei den Zweien. Hilbert verlässt sie. Sein Telefon klingelt.

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