Maruschka ist schon überrascht, mit welchem Minimum an Glück ein Mensch in ihrer Situation zufrieden ist. Hilbert geht es nicht viel anders.
Der gleiche Zustand ergreift Catia. Catia ist überrascht, wie schnell sie in diesen Zustand geriet. Schon nach knapp zwei Wochen nach der Abwesenheit Liviu’s.
Sie gesteht es Liviu noch nicht. Sie kann nicht. Sie liebt ihn zu sehr.
„Du hast mir sehr gefehlt, mein Liebster.“
Liviu findet das etwas stark aufgetragen. Ihre Beziehung verlief bisher wesentlich zielgerichteter.
„Du hast etwas zugenommen.“
Liviu kennt den Zustand von seinen Tieren. Er deutet nur an. Leicht provozierend. Catia muss es zugeben.
„Ich bin schwanger.“
Liviu stellt keine Fragen. Er kann es unmöglich gewesen sein. Nun sieht er Tibor und denkt, hier entsteht eine neue Lebensgemeinschaft. Er fragt auch nicht danach. Er akzeptiert das als Tatsache.
„Dann ist es wohl besser, ich gehe.„
Catia weint. Echt. Nicht aufgesetzt. Wohl eher in der Ahnung, was ihr bevorsteht. Liviu übergibt Catia Geschenke. Die hat er nur ihr zugedacht. Intime Geschenke.
Liviu nimmt die anderen Geschenke mit. Er geht zu Maruschka und Hilbert. Ihnen gibt er Trockenfleisch, Salami und Kostproben seiner Ernte. Auch ein frisches Brot aus seinem Ofen von seinem Getreide. Hilbert staunt.
„Du bist ja Selbstversorger.“
„Für meine Eltern und mich reicht es.“
Hilbert versteht sofort, was Liviu ihm gerade sagt.
„Wir werden uns wohl nicht wieder sehen?“
„Doch. Zur Wintersaison. Das haben wir abgemacht.“
„Brauchst du dann ein Einzelzimmer?“
„Das wäre mir recht. Meine Arbeitszeiten werden sich von den der Anderen sehr unterscheiden.“
„Kannst du auch Pistenraupe fahren?“
„Wenn es sich nicht groß von normalen Planierarbeiten unterscheidet, sicher. Catia kann das auch. Sehr gut sogar.„
„Wir erwarten dich. Tschüß“
korr
Nachdem Liviu gegangen ist, konzentriert sich Catia auf Tibor. Sie hat aber nicht alles bedacht. Tibor ist vorsichtig. Er möchte einen Vaterschaftsnachweis.
Er hat auch seinen Grund.
„Ich habe mich sterilisieren lassen“, gesteht er Catia. Catia wird kreidebleich.
„Wirklich? Warum?„
„In dem Beruf sehe ich keine Zukunft für eine Familie. Ich bin doch nie zu Hause bei Frau und Kind.“
Catia hat nie so eine klare, konsequente Einstellung erwartet.
„Wir können trotzdem einen Test machen lassen“, gesteht Tibor. „Zur Sicherheit.“

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