Leseprobe Seniorenrevolution

„Uns interessiert eigentlich nur, Wer da alles mitgemacht hat.“

„Ich kenne nur Tobias. Ein-zwei Mal, war er mit seiner Freundin bei mir. Wegen eines Verlobungsringes.“

„Wer war die Freundin?, fragt Monika.

„Ich kenne sie mit dem Namen nicht. Sie war recht schön und gut gebaut. Du weißt, was ich meine.“

Georg zieht mit seinen Händen eine kreisähnliche Bewegung, wie man sie beim Anheben eines Sackes tut. Er winkelt dabei etwas die Knie an. Monika muss lachen. Toni überlegt noch. Meint er jetzt die Größe eines Arsches oder das Gewicht des gesamten Sackes. Genau das, fragt er Georg. Georg wird umgehend präziser. Er formt mit den Händen eine Figur, bei der selbst Rubens neidisch würde. Dazu zeigt er mit den Händen eine eher moderate Brust und einen recht großen Mund. Monika ahnt sofort, wen Georg meint. Angela. Die alte Chefin von der Weißen Tulpe. Das Lieblingsformat Toni’s. Jetzt wissen sie endlich, wo sie ansetzen können bei Tobias.

Nach einigen Verhören von Tobias stellt sich heraus, Angela bot auch das körperliche Lieblingsformat von Tobias. Wahrscheinlich auch das partnerschaftliche Format in finanzieller Hinsicht. Die kleinen erogenen Spielereien bildeten die Basis für die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die scheint jetzt ein Ende gefunden zu haben. Monika ist zu Angela gefahren. Sie arbeitet jetzt in einem Altersheim in Algund. Agate hat ihr das gesagt. Sicher nicht ohne Hintergedanken. Agate hat das, was gerade herauskommt, befürchtet. Sie hat einige Gespräche der Bewohner belauscht. Die Bewohner haben darüber gesprochen. Daraufhin hat Agate versprochen, sich persönlich darum zu kümmern.

Monika und Toni fahren zusammen nach Algund zu Angela. Angela wurde von Jemand gewarnt. Sie hat sich verdrückt. Toni telefoniert mit Marco. Er soll die Aufnahmen der Straßenkameras durchsuchen. Und schon weiß er, wo sich Angela befindet. In Nals enden die Aufnahmen. Monika und Toni suchen also ab dem Punkt der letzten Aufnahme. Agate sagte Monika früher einmal, in Nals wohnt die Freundin von Angela. Die schöne Vela. Vela hat früher mal in der Weißen Tulpe gearbeitet. Als Migrant aus Albanien war sie immer auf freundschaftliche Kontakte angewiesen. Angela bot die ihr. Nicht ganz uneigennützig. Der Stress hat Angela auf die gleiche Seite menschlicher Beziehungen geworfen. Bei Männern fand sie nicht das benötigte Mitgefühl. Das männliche Lustgefühl fiel nicht mit dem Tagesrhythmus Angelas zusammen. Vela war in dieser Beziehung bedeutend anpassungsfähiger. Außer in einem Punkt. Die Zwei passten nicht zusammen in eine Duschkabine. Um so größer ist die gemeinsame Couch.

Angela ist zu Hause. Zusammen mit Vela. Vela kocht gerade das gemeinsame Essen.

„Ich habe euch erwartet“, gesteht Angela – Monika. „Etwas habe ich noch. Ich habe das Geld für unsere gemeinsame Wohnung benötigt.“

Angela hat sich von ihrem Mann getrennt. Wegen Vela. Ihr Mann hat ihr das Verhältnis ständig vorgeworfen. „Eine Einigung war mit ihm nicht möglich. Die Familie hat zu viel Einfluss auf ihn. Auch wegen des Erbes. Vela kam eher der Notdurft wegen in mein Leben. Ich war praktisch mittellos. Vela konnte das aber gut meistern. Ich nicht. Unser gemeinsames Gehalt sicherte uns aber ein bescheidenes Auskommen.“

„Marco wird dich verhaften. Hast du mit den Impfstoffen etwas getan?“

„Gott bewahre. Der Großteil unserer Mitbewohner im Heim liebten mich und ich sie. Meine Familie hat einen guten Ruf im Ort.“

„Woher hast du das Geld für diese Wohnung?“

„Ich habe es vom Heim genommen. Eigentlich wollte ich es zurück geben. Wir wollten kein Darlehen nehmen auf der Bank. Aus Angst, wenn etwas dazwischen kommt.“

„Du hast deinen Senioren also nichts gestohlen? Schmuck, Zuwendungen und so weiter?“

„Nein. Aber ich habe bei Tobias meinen Schmuck aus der Ehe mit Rainer versetzt. Tobias bot mir den höchsten Preis.“

„Offensichtlich wollte Tobias weiter unbehelligt stehlen im Heim“, sagt Monika zu Toni.

„Habt ihr ein diesbezügliches Abkommen ausgehandelt?“

„Nein. Aber Tobias war zwischenzeitlich mein Freund.“

„Naja. Näher fragen will ich erst mal nicht. Das macht eh Marco. Du weißt. Mit ihm hast du schon gesprochen.“

Ein QR-Code auf einem weißen Hintergrund, der Informationen scannt.

korr27120600

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      Danke für das Angebot. Ich bin ein armer Mann und fing aus Not mit dem Schreiben an. Wobei ich das als noch junger Mann so geplant hatte. Ich bin ein DDRMigrant. Und sicher wegen meiner politischen Ausrichtung reichlich gesperrt und vorsätzlich gedämpft. Aber Eins haben Sachsen. Geduld. Ich schreibe seit fünf Jahren und setze trotz der westdeutschen, erziehungsbedingten Ablehnung/Verklärung einige Erfolge beim Verkauf meiner Bücher als Druck und Ebuch. Ich habe jetzt knapp 30 Bücher geschrieben. Davon sind 25 veröffentlicht. Für SEO usw. habe weder Zeit noch Geld. Ich bekomme mit 4 Jahren Verspätung meine Rente, wobei meine Einsätze in der Sowjetunion (3 Jahre – Höchstverdienst) komplett gestrichen wurden (geraubt). Ich bekomme aus 3 Ländern die Mindestrente auf die Einsatzzeit berechnet. Keiner zieht meine 52 Jahre Dienst als zweifacher Meiserkoch, Bergmann, Gärtner zusammen. Meine Rente würde isch nahezu verdoppeln. Dazu muss man wissen: in unserer Branche arbeitet ein Koch pro Tag zwei Arbeitszeiten. Die Zweite verschwindet. Nicht ganz. Das ermöglichte uns zumindest den Kauf der Wohnung, was hier nicht billig ist. Bamberger und überhaupt Franken, gehörten zu unseren gern gesehenen Gästen. Obwohl westdeutsche Gäste einen hilfreichen, aber oft leicht bis schwer – überheblichen Ton pflegten. Alle unsere Steuerprüfer vom Finanzamt waren Franken und, das klingt wie ein Witz, auch unsere Gäste in meinem Gasthof. Siehe „Joana“ – erster Teil. Der zweite liegt bei mir als unveröffentlicht. Wenn wir jetzt bedenken, dass ich wegen zwei schwerer Unfälle und Stundenarbeit zusammen gerechnet, ein und ein halbes Jahr nicht schreiben konnte, darf ich sagen: In vier Jahren habe ich 35 Bücher geschrieben, die Cover hergestellt, fotografiert, recherchiert, redigiert, übersetzt und 25 veröffentlicht. Der 2. Unfall war ein Attentat. Selbst dafür musste ich schwer recherchieren. Es reicht eigentlich, ein unbequemer Schriftsteller zu sein. Damit wäre für einen DDRBürger das Ziel erreicht. Zumindest für die Nachwelt und Erben. Dazu sage ich, mit einer eigenen Wohnung ist selbst die Rente nach dem Diebstahl meines Gasthofes (Thälmann – Denkmales) und der Rente, ein erträgliches Einkommen. Zur Miete, würde ich heute bereits die Brücken und Straßenränder verzieren und pausenlos die Ämter besuchen.

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