Herbert- Fortsetzung – 4

Mölten

Hubertus sucht deswegen ein eigenes Betätigungsfeld. Am liebsten wäre ihm eine Arbeit, die zu seinem Beruf als Bauer und Musiker passt. Genau deswegen will er sich mal im Westen umschauen.

Klaus, der Bruder von Mathias, besucht Hubertus.

„In zwei Tagen kannst du in den Westen. Dort bleibst du eine Woche. Dann kannst du auf dem gleichen Weg zurück.“

Hubertus denkt nicht daran, irgendwelche Vorbereitungen zu treffen. Immerhin soll er beim Tabak aufziehen helfen. Die Orientfabrik in Dresden benötigt Nachschub. Er verabschiedet sich von Herbert und Helene für eine Woche. Detlef und Christa hat er nicht verraten, was er vorhat. Aber Irma.

Zehn Tage sind vergangen, Hubertus ist nicht zurück gekommen. Irma hat keine Zeit. Sie muss ihr Studium zu Ende bringen. Sie informiert Christa davon. Christa ist sehr überrascht von der Nachricht. Obwohl sie sich das insgeheim schon ähnlich vorstellte. Sie kennt Hubertus zu genau.

Die Philharmoniker melden sich. Hubertus fehlt zur Probe. In zwei Tagen geben sie ein Konzert. Beljajew und sein Alexandrow – Ensemble wird zu dem Konzert erwartet. Die Dresdner Philharmoniker sind bereits sehr nervös. Sie proben schon mit einem Ersatzmann. Hubertus ist schwer zu ersetzen. Er spielt die zweite Geige. Eine Heberlein – Geige. Mama – Helene glaubt, die ist sehr wertvoll. Offensichtlich hat Hubertus die Geige im Gepäck. Detlef fängt an, Hubertus zu suchen. Er fühlt sich nicht wohl bei dem Gedanke. Gerade, weil Hubertus auch Waffenträger ist.

Fünf Wochen dauert die Suche. Die SMAD meldet sich bei Detlef.

„Wir haben Hubertus. Er wurde von der SPD – West verraten und dann an uns ausgeliefert.“

„Wie? Was? Von den angeblich Roten? “

„Er hätte spioniert.“

„Gesucht hat der schon. Nach Arbeit.“

„Die bekommt er jetzt sicher. Drei für Eins. Im Kohlebergbau.“

„Doch nicht etwa bei uns in Zwickau oder Oelsnitz?“

„Genau dort.“

„Dort sind doch die Vortriebe so tief.“

„Die sind keinen Meter hoch. Deswegen sollen das Gefangene tun. Er ist ein guter Sportler. Zehnkampf. Das haben wir in den Unterlagen gefunden. Er wird das schaffen.“

„Na ja. Irma ist schwanger mit dem zweiten Kind.“

„Am besten, die Kinder bleiben bei uns hier und Irma geht weiter als Lehrerin. So kommt sie am besten darüber weg“, sagt Igor, der örtliche SMAD – Kommandeur. Er zeigt Mitleid.

„Wir werden versuchen, ihn so schnell wie möglich herauszubekommen. Es gibt aber auch ein schweres Problem dabei. Er war bewaffnet. Das gilt als Fahnenflucht.“

korr1402260643

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