Friedhelm – Fortsetzung

Mölten
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Die erste Aufgabe war es also für Friedhelm, ein funktionierendes Kollektiv aufzubauen. Wir wissen, das gelang ihm. Der kommende Schritt erforderte mehr Gefühl. Auf Teilen der Anbaufläche sollte Friedhelm gezielt Versuche für neue Kulturen unternehmen. Zuerst im kleineren Maßstab. Diese Methode ist Bauern an sich nicht neu. Neu ist ihnen aber das streng koordinierte, sehr systematische Vorgehen. Nicht etwa nur in ihrem unmittelbaren Umfeld. Sondern landesweit.

Mittels genauer Bodenproben und den folgenden Anbauempfehlungen, gelang es den Fachleuten, die Erträge risikofrei zu maximieren. Mittels der Empfehlungen und Friedhelms Feingefühl, stellten sich erste Erfolge ein.

Diese Erfolge sollen jetzt noch mit gezielter technischer Unterstützung verbessert werden. Genau mit der Begründung, wird Friedhelms Kollektiv auch gezielt mit Technik versorgt. Friedhelms Kollegen sollen die Technik für den alltäglichen Gebrauch optimieren.

Friedhelm vergrößert die Werkstatt des Kollektives. Sein Kollektiv entwickelt sich langsam zu einer Genossenschaft. Sein Wirken hat sich in den Nazimedien im Westen noch nicht herum gesprochen. Man könnte fast denken, dahinter steckt Vorsatz. Sergei sieht darin eine Gefahr auf das Kollektiv von Friedhelm zukommen. Darauf hin stellt er einen besonderen Wachschutz bereit. Friedhelm passt das so nicht. Er möchte die sowjetischen Freunde mit arbeiten sehen. Das fällt weniger auf. Die tun das natürlich gern. In Verkleidung. Nicht nur deshalb. Friedhelm hat den Freunden echten geräucherten Speck versprochen. Die Gruppe von Bauern veranstaltet jeden zweiten Monat ein Schlachtfest. Hauptsächlich für die Erntehelfer und Feldarbeiter. Die geschlachteten Tiere werden hauptsächlich zu Wurst verarbeitet. Die wird sowohl auf dem Feld als auch in der mobilen Kantine verzehrt. Die Wachen sind so ein Bestandteil der Kostgänger. Mit einem Unterschied. Die Befreier zahlen kein Essengeld. Die Erntehelfer übrigens auch nicht.

Zunächst gilt es für Friedhelm, die Bäume an den Alleen und Landstraßen neu zu setzen. Das Gleiche gilt für die Pflege des Altbestandes. Die Partei ist an einer Bepflanzung mit Obstbäumen interessiert. Letztendlich sind das auch Zierbäume. Die Bäume sollen hinter dem Straßengraben platziert werden. Die herab fallenden Früchte und Blätter landen so nicht auf der Straße. Unter der Faschistendiktatur und davor wurden die Bäume direkt am Straßenrand gesetzt. Die Beschlüsse des Kreises und der Gemeinden zeigen den richtigen Weg. Die Aufforstung beginnt sofort. Für die neu zu gründenden Kleingartenanlagen entsteht kurzzeitig ein Engpass. Friedhelm soll das persönlich steuern.

Die Bauern der Genossenschaft gründen einen Anbauatlas. In dem Atlas werden die Obst- und Gemüsesorten auf dem für jede Sorte günstigsten Gebiet verteilt. Das optimiert den Anbau gewaltig.

Korr160426

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