Albert Fortsetzung

Mölten

Klaus möchte bei der Verarbeitung eine Latexbindung einsetzen. Die soll den Faserbruch bei der Verarbeitung verhindern. Klaus und sein Kollektiv sollen dafür eine Vorrichtung entwickeln.

Der Auftrag ist nicht einfach zu realisieren. Beim Kontakt mit Luft und Wärme bindet die Latexmischung. Mit Latex vermischt würden die Fasern aneinander kleben und damit ihre Isolationswirkung verlieren. Eine Methode wäre, die Fasern nach dem Pressen äußerlich mit Latex zu versiegeln. Die Matten wären damit etwas standhafter. Außerdem sollen die Arbeiter die Platten auch als portionierte Platten anbieten. Schneiden oder rupfen wäre damit nicht nötig. Klaus klingt begeistert bei dem Vorschlag. Die Portionierung muss nicht geschnitten, sondern gestanzt werden. Dazu sollen die Matten in verschiedenen Stärken produziert werden.

Klaus macht sich sofort an de Arbeit, um eine Vorrichtung zu konstruieren, die das Latexsiegel aufsprüht oder aufträufelt. Klaus entscheidet sich für einen Druckbehälter. An dem sollen die Düsen angebracht werden. Je nach Bandgeschwindigkeit, sprühen die Düsen das Latex auf die Matten. Beim Versuch merken die Arbeiter, das System geht so nicht. Das Latex benötigt zu viel Zeit zum Trocknen. Außerdem verklebt das Mattengewebe. Das sollte eigentlich verhindert werden. Eine andere Lösung muss gefunden werden. Tatsächlich kommen mit den Vorschlägen viele Verfahren in Betracht. Wahrscheinlich können die Kollegen jetzt Matten für verschiedene Verwendungszwecke herstellen. Direkt auf Verbundmaterialen aufgebrachte Matten.

„Packen wir die Matten einfach in einen Plastikbeutel“, schlägt Günter vor.

Viele Kollegen dachten an ähnliche Verfahren. Das war für Klaus der Hinweis schlechthin. Einschweißen will er die Platten. Vor allem die dicken.

„Das hat aber einen Nachteil.“, sagt er. „Das Verfahren ist nicht hitzebeständig.“

„Bei Bränden mit hohen Temperaturen schmelzen unsere Matten auch“, meint Klaus. „Vor allem bei Gebäudebränden. Unsere Freiwillige Feuerwehr übt gerade das Löschen solcher Brände. Die Matten erzeugen einen brennenden Lavastrom. Aber zum Glück keine giftigen Gase. Sonst könnten wir die nicht herstellen.“

Die Erkenntnis war den Meisten so nicht bewusst.

Trotzdem lässt sich aktuell die Anwendung nicht einschränken oder gegen eine andere austauschen. Es gibt jetzt keinen brauchbaren Ersatz. Die Wohnungen müssen recht schnell gebaut werden. Im Krieg wurden zu viele zerstört. Später werden sicher noch Verfahren entwickelt, die wir nachträglich anwenden können.

Die Zweifel verfliegen langsam. Jetzt geht es um die Planerfüllung. Alberts Kollektiv stellt deswegen auf drei Schichten und rollende Woche um. Keine Maschine und kein Schmelzofen läuft umsonst oder wird abgestellt.

Albert kommt aus dem ehemaligen Waldenburg. Er hat in den Fürstensteiner Gruben – Bergmann gelernt. Euphorisch meldete er sich zur Ostfront. Dort wurde er gefangen genommen. Die Gruben liefen im Krieg auf Hochtouren.

Korr110626-1

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