
Selbstverständlich sind die Arbeitswege sehr früh und spät in der Nacht voller Gefahren. In Pässen gibt es reichlich Steinschläge und Muren. Dazu reichlich aus den Autos geschmissene Gegenstände der Naturliebhaber. Leergut, Verpackungen, ganze Verpflegungsbeutel und vom Buffet eingepackte Hähnchenkeulen und Schweinshaxen. Kürzlich bin ich über einen halben Hirschrücken gefahren. Der hätte mich beinahe zu Sturz gebracht. Das Fleisch war teilweise abgefressen. Eigentlich könnte man eine Anzeige erstatten. Die Gebissabdrücke verrieten drei fehlende Zähne. Mit einer Fahndung bei Zahnärzten können wir den Täter eindeutig identifizieren. Scheinbar geben die in Deutschland jetzt ihr Geld für Urlaub aus statt für den Zahnarzt. Oder warten die auf einen Unfall, bei dem sie die fehlenden Zähne dem Unfallgegner in die Schuhe schieben können.
Nachts ist ihr Gegenverkehr immer mit Aufblendlicht unterwegs. Einheimische zeigen sich so dem Gegenverkehr. Bei Kontakt blenden sie ab. Touristen und Besoffene nicht. Bei Nässe ist das besonders dramatisch. Beachten Sie, an manchen Stellen geht es leicht ein- oder zweihundert Meter nach Unten. Im freien Fall. Nicht selten fließen neben der Straße – Bäche und Flüsse.
Pro Arbeitsweg erhalten Sie mindestens zweimal den direkten Kontakt zum Himmel oder der Kiste. Je nachdem, wem Sie in Ihren Leben mehr gespendet haben. Pro Arbeitsweg ist dann im Kopf schon mal mindestens ein Krankenhausbesuch gebucht.
Mit dem Auto wäre der Weg wesentlich gefährlicher. Das Motorrad überlässt Ihnen etwas Platz für ein paar Ausweichmanöver mehr. Mit der entsprechenden Routine nach einer Saison können Sie bereits achtzig Prozent der drohenden Unfälle vermeiden. Bei Vorsatz oder Suff zeigt der Gefahrenpegel massiv nach Oben. Kommt die Gefahr von Hinten, verdeckt oder irgendwie überraschend, sind Sie eindeutig der Verlierer. Das bezahlen Sie mit einem Sortiment gebrochener Knochen oder mehr bis hin zum Rollstuhl. Wohlgemerkt; nur, weil Sie arbeiten möchten oder müssen.
Etwa neunzig Prozent der Sünder halten nicht an. Sie flüchten. Wir reden von einem gewissenlosen Rowdytum, das im Kapitalismus zur Gewohnheit geworden ist. Motorradfahrer schützen sich mit Kameras. Am besten, mit einem Sortiment bis hin zu versteckten Kameras. Dabei bedarf es etwas Mathematik. Sie möchten die Speicherkarten doppelt so groß nehmen als mit dem Akku Ihrer Kamera gebraucht wird. Sie nehmen alles auf. Auch die Zeit nach dem Unfall oder Attentat ohne die wichtigen Aufnahmen zu verlieren. Wenn keiner die Kameras abstellt, werden Ihre Karten unweigerlich so lange aufnehmen, bis die Akkus leer sind. Diese Kapazität muss mit auf die Karte passen.
Wie Sie bemerken, besteht das höchste Risiko einen Unfall zu erleiden auf dem Arbeitsweg. Das niedrigste Risiko erwartet Sie in Ihrer Freizeit. Denken Sie.

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