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Der verändert sich in Folge der Begebenheiten. Die machen zunehmend misstrauisch und damit einsamer. Sie werden zu einem Geist.
Ihnen wird meist erst später bewusst, wie das auf Sie wirkt. Zuerst bemerken Sie das mit Schuldzuweisungen in die falsche Richtung. Sie sehen Ihren Arbeitgeber oder andere Kollegen als Ursache der Bedrohungen. Breit gestreut. Fast schon in Form eines Generalverdachts. Der akute Zeitmangel verstärkt das Gefühl. Das permanente Misstrauen gewinnt. Aus fremder Sicht, werden Sie eigenartig. Menschenscheu. Trotzdem stellen Sie die Suche nach Menschen nicht ein. Leider gibt es in Ihrem Umfeld zu wenige. Bis auf ein paar Kollegen. Bei ihnen haben Sie die Möglichkeit, den Charakter genauer zu studieren.
Erst in den Saisonpausen haben Sie die Möglichkeit, in Ihrem Kopf – Ordnung zu schaffen. Leider haben Sie selten die Möglichkeit zusammen mit Ihrer Frau diese Verhältnisse zu besprechen. Und wenn sich Möglichkeiten bieten, gibt es sicher dringendere Probleme.
Frühere Begegnungen
Ich arbeite im Eggental. Nach Dienstende fahre ich nach Hause. Die Arbeit ist schwer.
Ein Kollege ist bei mir. Er ist der Abspüler. Gelegentlich hilft er mir beim Abtragen der Salate für das Salatbuffet. Streit gibt es mit ihm keinen. Im Gegenteil. Er will von mir lernen.
„Zu Hause bin ich auch Koch“, sagt er lachend zu mir.
„Warum bist du hier kein Koch?“
„Das ist hier schwierig“, gibt er lachend zu. „Ich habe es schon in mehreren Küchen probiert. Ich kann aber nur mit dem Bus fahren. Auto besitzen wir keins.“
„Du kannst doch mit einem Roller fahren.“
„Ich habe keinen Führerschein hier.“
„Leider kann ich dich nicht mitnehmen. Du bleibst doch immer eine Stunde länger als ich. Ich kann dir in der Spüle helfen. Dann wirst du eher fertig.“
„Lass mal. Das ist schon gut so. Ich habe auch noch andere Aufgaben hier.“
Hamid ist der Abspüler und der Hausmann in einer Person. Er kommt aus Pakistan. Die Nachbarn grüßen ihn freundlich. Alle drei Monate fliegt er nach Hause, um nach dem Rechten zu schauen.
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Hamid hat eigentlich etwas Glück. Er darf für zwei Ehefrauen und drei Kinder mit sorgen. Die Familie zu Hause ist nicht einsam, wenn er hier arbeitet. Sie haben auch da reichlich Arbeit. Den Vorteil dieser Art von Familie lernte er recht schnell kennen. Seine zweite Frau und ihr Kind haben er und seine erste Frau adoptiert von einem verunglückten Kollegen. Die zweite Frau behält dadurch ihre Würde. Sie muss sich nicht prostituieren. Diese Art der Partnerschaft ist für Migranten von großem Vorteil. Der humane Sinn dieser Gesetzgebung wird sichtbar. Familiäre Partnerschaften werden gefördert. Opfer bitterer Umstände fallen nicht der Einsamkeit und Verzweiflung zum Opfer. Natürlich gibt es auch in vergleichbaren Beziehungen – Versuche, die zu missbrauchen. Das ist aber in den dörflichen Gemeinschaften weder die Regel noch geduldet.
Diesen Schutz genießen wir – hier in Europa nicht. Wir müssen uns an Institutionen wenden. Ob dort Ihre Umstände verstanden werden oder nicht, legen individuell – geprägte Bearbeiter fest. Fremde. In wieweit die sich mit Ihren Problemen befassen können und die verstehen, ist schon ein Lottospiel. Leben als Lottospiel in einer scheinbar entwickelten Gesellschaft. Ihre Helfer bei uns üben die Hilfe als Beruf aus. Sie kennen sicher den Unterschied von Gefühl und Beruf. Der Beruf bewahrt Sie vor weitgehend Mitleid. Dort siegt die Routine mit mehr oder weniger Perfektion.
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