Nach der Einzelhaft zu Hause habe ich eine Ausfahrt unternommen. Um die totale Ruhe und die Luft zu genießen. Auf dem Weg zum Giaupass kam ich in Berührung mit der Schlamperei der vergangenen Zeit. Die Bauarbeiter und deren Lieferanten benahmen sich wie Schweine. Auf allen Straßen waren Betonspuren zu sehen. Ich dachte, es herrscht Pandemie. Offensichtlich diente die Pandemie der baulichen Erholung diverser Ferieneinrichtungen. Komisch. Wir wurden raus geschmissen wegen der Nichtimpfung. Die bauten trotzdem. Von denen wurde auch keiner krank. Im Gegenteil. Man sparte Lohnzahlungen, die sofort verbaut wurden.
Auf solch einer Betonspur in der Kurve bei Arabba rutsche mir leider der Hinterreifen weg. Ich musste deutschen Touristen ausweichen, die mir auf meiner Spur entgegen kamen. Die haben sich sofort aus dem Staub gemacht. Fahrerflucht. Beim Abfangen des Motorrad durchschlug die Pedale mein Waden- und Schienbein. Zum Glück halfen mir italienische Landsleute, die selbst auf dem Weg zum Giau waren. Ich wollte aufstehen. Mein linker Fuß zeigte aber in eine andere Richtung, als ich gehen wollte. Das Bein war komplett durch gebrochen.
Ein Hubschrauber brachte mich ins Krankenhaus nach Bruneck. Dort bekam ich eine Titanhülse für das Schienbein. Das Wadenbein heilte von allein. Ärzte, Schwestern und Helfer bemühten sich erstklassig und liebevoll um mein Wohlergehen.
Das Attentat
Ein Jahr später konnte ich erstmals wieder ein Motorrad besteigen. Mit kleinen Runden und diversen Übungen gelang es mir, auch etwas größere Rundfahrten anzugehen.
Zwischenzeitlich widmete ich mich meiner Literatur, dem Bloggen und Bücher schreiben.
Meine antifaschistische, sozialistische Erziehung in der DDR stellt in meiner Literatur das Hauptthema. Das gefällt einigen nicht. Ich bekomme von Gegnern meiner Gesinnung offene und verdeckte Drohungen. Hauptsächlich von Faschisten, die aus der DDR flüchteten oder frei gekauft wurden. Angeblich wäre man gut vernetzt. Auch in Italien. Heil!
Korr110926-1

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