Krankenhaus-Fortsetzung

„An den Beinen haben wir schwere Verletzungen gesehen. Versuchen sie es.“

„Die Verletzungen sind vom letzten Jahr. Ich konnte schon wieder recht gut laufen.“

„Sie haben Glück. Der Bruch ist nicht wieder aufgebrochen.“

„Dann gehe ich mal eine rauchen.“

„Nehmen sie einen Rollator. Mit Stöcken können sie nicht gehen. Guten Appetit. Ihnen kann etwas schwindlig werden. Vorsicht.“

Der Weg zum Personaleingang dauert etwa eine halbe Stunde für mich. Ich fahre zwei Mal mit dem Lift. Vorbei an zwei Kantinen. Eine für das Hilfspersonal und eine für die Besucher. Es duftet nach Kaffee und Kakao. Zwei Automaten stehen am Eingang zu den Pausenräumen. Ich gehe zu den Automaten und suche einen Schlitz für die Münzen. Ein Krankenwagenfahrer kommt. Er scheint nordafrikanischer Herkunft zu sein. Er lacht.

„Die Automaten funktionieren nicht mit Geld“, sagt er zu mir in gutem Deutsch.

Das System kenne ich von bestimmten Betrieben, in denen ich gekocht habe.

„Was willst du trinken?“

„Ein guter Kaffee täte mir jetzt gut.“

Er steckt einen USB-Dongel hinein und drückt Cappuccino.

„Ist das gut so?“

„Was bekommst du von mir?“

„Nichts. Ich lade dich ein zum Kaffee.“

„Danke. Ich will eigentlich eine rauchen.“

„Ich auch. Ich zeige dir, wo du rauchen kannst.“

Er stützt mich etwas als er sieht, wie ich gehe. Wir reden etwas von dem Unfall.

„Schlimm“, sagt er. „Das tut mir sehr Leid. Wir fahren fast alle hier zur Arbeit mit dem Fahrrad, Roller und dem Motorrad. Mit dem Auto steht man eben nur herum und im Stau.“

„Ich bin 25 Jahre so zur Arbeit gefahren. Zum geteilten Dienst.“

„Dann hättest du zwei bis drei Stunden pro Tag nur im Stau gestanden.“

„Woher weißt du das?“

„Ich habe in Meran und Bozen gearbeitet.“

„Ich wohne im Vinschgau. Dort steht der Verkehr täglich 16 Stunden. Dort kommen wir nur mit dem Motorrad durch. Bei geteiltem Dienst ist das um so dramatischer.“

„Das habe ich selbst erlebt, als ich in Schlanders ausgeholfen habe.“

„Aus dem Grund habe ich mir immer Arbeit gesucht, bei der ich zur Zimmerstunde im Haus ausruhen konnte. Das war eben meist weiter weg von zu Hause. In der Nähe habe ich mir Arbeiten ohne geteilten Dienst gesucht. Leider wurden die meist von Einheimischen belegt.“

korr270926

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